Manifest

Ein Handwerk, das nicht ausstirbt.

Es gibt in Deutschland keine Krise des Handwerks. Es gibt eine Krise der Weitergabe.

Das Können ist nicht weniger geworden, der Wert nicht geringer. Im Gegenteil: er war nie höher als heute, wo es überall fehlt. Was fehlt, sind die Jüngeren, an die man es weiterreicht. Da stehen Betriebe, die ein Menschenleben lang Bestand hatten, und finden keinen mehr, dem sie ihr Werkzeug in die Hand geben könnten. Sie sagen Aufträge ab. Nicht aus Mangel an Arbeit, sondern an Händen, die sie verrichten.

Das gilt als Schicksal. Es ist keines. Es ist ein Irrtum darüber, wo die Menschen sind.

Denn sie sind da — nur nicht hier. In Ländern, deren Namen hierzulande selten fallen, werden junge Leute zu ausgezeichneten Handwerkern herangebildet. Sie beherrschen ihr Fach, sie suchen die Arbeit, und sie wären bereit, ein ganzes Leben dafür über das Meer zu setzen. Was ihnen fehlt, ist nicht Begabung und nicht Wille. Es ist eine Brücke — von dem, was sie können, zu dem, was ein deutscher Betrieb verlangt. Diese Brücke zu errichten, Stein für Stein, ist unsere ganze Arbeit.

Der entscheidende Satz ist dieser: Wir vermitteln niemanden. Wir bilden aus.

Wer vermittelt, reicht ein Blatt Papier weiter und wäscht die Hände in Unschuld. Wer ausbildet, tritt ein: für die Arbeit, die beim Betrieb geleistet wird, und für den Menschen, der sie leistet. Das eine ist ein Geschäft. Das andere eine Verpflichtung. Den Unterschied merkt man erst, wenn es darauf ankommt.

Woran wir uns binden

1

Eine Fachkraft, keine Hoffnung mit Lebenslauf.

Wer bei uns durch die Ausbildung gegangen ist, kommt geprüft — ehe er einen Fuß auf deutschen Boden setzt.

2

Der deutsche Maßstab gilt ganz, nicht annähernd.

Im Fach, in der Sprache, in der Hand. Niemand kommt als Anlernkraft. Wer bei uns gelernt hat, genügt dem, was hierzulande von einem Gesellen erwartet wird.

3

Die Sprache lernt man, ehe man ankommt.

Ein Handwerker, den man nicht versteht, kann nicht sicher arbeiten. Darum steht sie am Anfang des Weges, nicht als nachgereichtes Versäumnis an seinem Ende.

4

Unsere Verantwortung endet nicht mit der Unterschrift.

Ein Vertrag ist ein Anfang, kein Abschluss. Erst wenn ein Mensch im Betrieb steht und seine Arbeit tut, haben wir das Unsere getan.

5

Zwei Seiten, eine Pflicht.

Dem Betrieb schulden wir Beständigkeit: eine Stelle, die besetzt wird, soll besetzt bleiben und nicht im nächsten Frühjahr wieder offen stehen. Dem Menschen schulden wir mehr als Arbeit. Wer zu uns kommt, sucht einen Anfang, nicht bloß ein Einkommen — ein Handwerk, das ihn ein Leben lang trägt, und einen Ort, an dem sein Können gebraucht wird. Für uns ist das dieselbe Pflicht, von zwei Seiten gesehen.

6

Es beginnt mit der Auswahl, nicht mit dem Versprechen.

Nicht jeder, der kommen will, ist der Richtige. Wir prüfen, ehe wir ausbilden, und bilden aus, ehe wir empfehlen. Wer am Ende vor einem Betrieb steht, hat sich diesen Platz durch jede Stufe davor verdient.

7

Keine halben Sachen.

Nicht in dem, was wir lehren. Nicht in denen, für die wir mit unserem Namen vor einem deutschen Betrieb geradestehen. „Geht schon“ ist kein Maßstab, den wir kennen.

Am Ende ist es einfach. Hier fehlen die Fachkräfte, dort warten die Menschen. Beide zusammenzuführen, sauber und auf gleicher Höhe, ist der Grund, aus dem es uns gibt.

Das Handwerk muss nicht aussterben. Es muss nur weitergegeben werden — über Grenzen hinweg, in die Hände derer, die bereit sind, es zu tragen.

Dafür steht die Deutsch-Internationale Handwerksakademie.

Erprobt

Über dreihundertfach gegangen.

So viele Fachkräfte arbeiten heute in deutschen Betrieben, über die IHK anerkannt.

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